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Wertvolles Feedback geben

27/3/2026

Feedback geben und annehmen: Mehr als nur die Wahrheit hören - Wertschätzung und Respekt

Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen.“
- Aldous Huxley -

Dieser Satz bringt eine grundlegende Erfahrung auf den Punkt: Selbsterkenntnis ist ein sensilber, oft behutsamer Prozess. Die Rückmeldung von außen hingegen kann herausfordernd sein. Sie konfrontiert uns mit einem Bild, das wir selbst vielleicht nicht sehen oder nicht zeigen wollen.

Genau hier setzt Feedback an. Es ist eine wertvolle Rückmeldung, die Veränderung ermöglicht - vorausgesetzt, sie wird konstruktiv gegeben. Es gibt verschiedene Techniken und Möglichkeiten, dies zu tun. 

Konstruktives Feedback fördert Wachstum und persönliche Entwicklung. Es motiviert den Gesprächspartner, sich seines Verhaltens bewusst zu werden und es zu reflektieren.

Doch Feedback zu geben und anzunehmen ist nicht immer so leicht. Es kann unangenehm sein, wehtun oder Abwehrreaktionen auslösen.

Kennen Sie das?

Damit es stattdessen als unterstützend und wertschätzend erlebt wird, erhalten Sie im Folgenden wichtige Feedback-Aspekte und Beispiele. Sie helfen Ihnen dabei, Diskussionen und Kritikgespräche wertschätzender und konstruktiver zu gestalten.

 

  1. Wertschätzung

Die Grundhaltung gegenüber dem Gesprächspartner sollte von Achtung und Respekt geprägt sein. Ganz wichtig: Ohne diese innere wertschätzende Haltung lässt man das Feedback besser bleiben. Es wird dann keine echte Wirkung erzielen. 

  1. Positiv beginnen

Beginnen Sie mit einem aufrichtigen positiven Punkt: 

"Was mir gut gefallen hat…" oder "Was ich an Ihnen schätze…" 

Beispiel: Als Chef bemerken Sie, dass Ihr Verkäufer im Kundengespräch zu wenig Distanz hält. Eine mögliche Formulierung: 

"Sie haben eine angenehme Art, auf Menschen zuzugehen. Manche Menschen fühlen sich grundsätzlich bei zu direkter Nähe unwohl. Achten Sie einmal darauf, bei jedem Kunden den angemessenen Abstand zu wahren."

  1. Konstruktive Kritik

Statt irgendwelchen Vorwürfen oder Schuldzuweisungen helfen konkrete Verbesserungsideen weiter. Formulierungen wie: "Was mir nicht so gut gefallen hat..." oder "Was mir aufgefallen ist..." öffnen das Gespräch.

Beispiel: Sie möchten auf eine aufrechtere Körperhaltung beim Präsentieren hinweisen.

"Bei dem Vortrag sind mir Ihre Schultern aufgefallen, die etwas hängend aussahen. Aus meiner Sicht würde Ihre Ausstrahlung noch stärker wirken, wenn Ihre Körperhaltung, besonders die Schultern, aufrechter wäre."

  1. Ich-Botschaften

Du-Botschaften können schnell wie Vorwürfe wirken - oft verstärkt durch den unbewussten Tonfall oder den emotionalen Gesichtsausdruck.

Beschreiben Sie daher Ihre eigene Wahrnehmung.

Statt: „Deine Stimme ist zu leise.“

Schöner: „Ich konnte dem Gespräch nicht immer folgen, da die Stimme an einigen Stellen für mich zu leise war.“

  1. Genaue Beschreibungen

Eine allgemeine Aussage wie „Das Projekt ist schlecht gelaufen“ hilft leider niemandem weiter. Denn dadurch wird das gesamte Projekt pauschal negativ dargestellt wird. 

Benennen Sie genau, was Sie beobachtet haben oder was Ihnen nicht gefallen hat. So weiß der andere konkret, was er in Zukunft ändern kann.

  1. Zeitnah zur Situation

Feedback sollte sobald wie möglich gegeben werden. Je länger ein Vorfall zurückliegt, desto schwerer fällt es dem Gegenüber, ihn einzuordnen oder inhaltlich darauf zu reagieren. 

  1. Feedback annehmen

Konstruktives, ehrliches Feedback ist ein Geschenk. Es kann zudem auch sehr inspirierend und motivierend sein. Doch wie bei allen Geschenken entscheidet der Empfänger, ob er es annimmt oder nicht. Diese Freiheit gilt es zu respektieren.

 

Probieren Sie es aus. Sie werden erstaunt sein, wie schnell gekonntes Feedback Situationen entschärfen und Missverständnisse vermeiden kann.

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die einem selbst gar nicht bewusst sind, die für andere jedoch verletzend oder unpassend wirken können.

Wenn Feedback künftig klar und konstruktiv formuliert wird, ist das Miteinander sowohl privat als auch im Berufsalltag wesentlich entspannter.

Mein Motto: Inspirieren statt kritisieren!

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Feedback auch in Konfliktgesprächen souverän gelingt, ist herzlich zum Seminar „Erfolgreiche Kommunikation“ eingeladen.